Facelift
Wozu ein Facelift
Im Rahmen des Alterungsprozesses verliert die Haut an Spannkraft. Dadurch werden die Einwirkungen der Schwerkraft sichtbar, und ein Erschlaffen des Bindegewebes führt meist zur störenden Faltenbildung. Somit verliert das Gesicht an jugendlicher Frische und oft entsteht ein Missverhältnis zwischen äußerlich sichtbarem und innerlich gefühltem Alter. Die Augenbrauen sacken nach unten ab, die Haut unter dem Kinn und die Wangen beginnt zu hängen. Insgesamt erscheinen die Gesichtskonturen weniger klar definiert. Es sieht aus, als wäre "zuviel Haut" vorhanden. Ein Facelift kann die Gesichtskonturen straffen und so zu einem jugendlicheren Aussehen beitragen.
Wann eignet sich ein Facelift
Facelifts dienen der Straffung der Konturen. Sie können
- die Falte von der Nasenwurzel zum Mundwinkel (Nasolabialfalte) mindern
- das Gesicht und den Hals straffer erscheinen lassen
- die Augenbrauen heben
Sie eignen sich weniger dazu, bestimmte Falten wie etwa die Sorgenfalten auf der Stirn oder Krähenfüße an den Augen zu mindern. Dazu sind andere Behandlungsmethoden sinnvoller (siehe z. B. unter "Botox"). Eine Altersbeschränkung gibt es nicht. Zunehmend entscheiden sich auch jüngere Männer und Frauen für den Eingriff. Die Zahl der Patienten unter 50 Jahren hat sich in den letzten fünf Jahren nahezu verdoppelt. Die Tendenz geht zu kleineren Straffungsoperationen in Teilbereichen des Gesichtes (Augen, Wangen, Hals), die immer früher durchgeführt werden. Ein Teil der Patienten beginnt bereits im Alter von Mitte bis Ende 30, kleinere Straffungen durchführen zu lassen.
Die Technik
Facelifts gibt es heute in vielen Variationen. Ziel ist immer die Rückverlagerung abgesunkener Weichteilstrukturen des Gesichtes, wie Haut, Fettpolster und Muskulatur, an ihre ursprüngliche Position.
Beim Facelift der früheren Generation wurden Haut und Muskeln in einem schräg nach hinten und oben verlaufenden Vektor gerafft. Dieses führte mitunter zu einer Änderung der Mimik.
Sensationell ist die moderne Technik des Vertical Lifts. Hierbei werden nach unten abgesackte Partien nicht „hinter das Ohr gezogen“, sondern vorsichtig wieder zurück an ihren Ursprung positioniert. Die Gesichtszüge werden rekonstruiert und ihr Charakter bleibt erhalten.
Die Durchführung
OP-Verlauf/Hautschnitte:
Die Schnittführung beginnt am Haaransatz vor dem Ohr, führt vor dem Ohr entlang unter dem Ohrläppchen herum bis auf die Rückseite des Ohrmuschelansatzes. Da man nicht in die behaarte Kopfhaut schneidet, kann es nicht zu Haarausfall kommen. Die Narbe wird so unsichtbar wie möglich sein.
Wir präparieren Haut und Unterhautfettgewebe von der darunter liegenden Muskelschicht ab. Das Platysma, eine dünne Muskelschicht, die vom unteren Gesicht bis zum Hals reicht, wird von ihrer abgesackten Position wieder nach oben fixiert. Dieser Kunstgriff strafft zugleich den Hals. Der nach unten verlagerte Fettkörper in den Wangen wird geliftet und das "SMAS" (eine dünne Schicht der mimischen Muskulatur) repositioniert. So rekonstruieren wir ein jugendlicheres Gesicht. Der Hautüberschuss wird entfernt und die Naht spannungsfrei verschlossen. Auf diese Weise kann es nicht zu Verzerrung der Gesichtszüge kommen. Auch Deformierungen von Ohr oder Ohrläppchen, die trügerischsten Verräter eines herkömmlichen Facelifts, sind ausgeschlossen.
Operationsdauer:
Je nach Behandlungsziel und Technik dauert der Eingriff zwischen zwei und drei Stunden. Zusätzliche Maßnahmen verlängern die Behandlungsdauer entsprechend.
Narkose:
Der Eingriff kann in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) durchgeführt werden. Dabei wird das Gesicht durch Einspritzen eines schmerzstillenden Medikamentes betäubt. Ergänzend wird häufig eine beruhigend wirkende Substanz verabreicht. Diese soll die Aufregung und Angst vor der Operation nehmen. Manchmal wird unter Allgemeinnarkose (Vollnarkose) behandelt, die einen künstlichen Schlaf herbeiführt. Diese Form der Betäubung bedarf eines Anästhesisten.
Halsstraffung
Wird nur eine Halsstraffung durchgeführt, erfolgt der Schnitt entweder:
- unter dem Kinn
Dabei werden eventuelle Fettzellen entfernt, die Haut und die Muskulatur mit kleinen feinsten Stichen gestrafft. Die Narben sind nach der Wundheilung normalerweise kaum sichtbar.
oder
2. hinter dem Ohr
Dabei wird, ähnlich wie beim Facelift, die Halsmuskulatur nach oben fixiert und so der Hals gestrafft.
Stirnlift
Zur Glättung der Stirnfalten gibt es zwei häufig genutzte Verfahren. Bei der konventionellen Methode erfolgt der Hautschnitt im behaarten Kopfhautbereich über die gesamte Stirn. Bei dem endoskopischen Vorgehen sind es drei bis fünf kleinere Schnitte, ebenfalls im behaarten Bereich. Über diese Schnitte werden kleine Sonden eingeführt, um die Haut zu lösen und diese nach oben zu fixieren.
Worauf Sie bei einem Facelift achten sollten
- Facelifts eignen sich nicht für jeden Menschen und bringen nicht immer dieselben guten Ergebnisse.
- Wenn Sie sehr kurze Haare haben, sollten Sie diese vor dem Eingriff etwas wachsen lassen. So können Sie die Einschnitte während der Heilungsphase besser kaschieren.
- Wenn Sie vorhaben, in nächster Zeit deutlich an Gewicht zu verlieren, sollten Sie den Eingriff verschieben. Wahrscheinlich werden Sie dann auch im Gesicht abnehmen.
- Richten Sie sich darauf ein, dass Facelifts mit einer längeren Heilungsphase verbunden sind. In der Regel sind die deutlichsten Schwellungen nach ein bis zwei Tagen abgeklungen. Auch Hämatome sind spätestens nach zwei Wochen verschwunden. Der volle Effekt wird im Durchschnitt aber erst nach einigen Wochen sichtbar sein, wenn die letzten Schwellungen abgeklungen sind.
- Da es sich um einen nicht unerheblichen Eingriff handelt, sollten Sie ein bis zwei Tage unter ärztlicher Beobachtung bleiben. Wir führen daher in normalen Fällen Facelifts mit einer anschließenden Übernachtung in unserer Klinik durch. Sie werden während des gesamten Aufenthaltes von speziell geschultem Fachpersonal betreut.
Was wir für Sie tun können
Die Dicke, Beschaffenheit und Elastizität der Haut bestimmen wesentlich die Erfolgsaussichten eines Facelifts. Darum machen wir uns erst ein genaues Bild von Ihrer Haut. Wir diskutieren mit Ihnen offen über Ihre persönlichen Erwartungen und die Möglichkeiten.
Anschließend geben wir eine Empfehlung ab, die Ihre Wünsche und die medizinischen Fakten berücksichtigt. Facelifts werden oft mit anderen Behandlungen kombiniert, zum Beispiel mit einer Augenlidstraffung, einer Faltenreduzierung, einer Konturmodellierung durch Unterfütterung der Haut oder mit einer Profilkorrektur. Auch diese Möglichkeiten diskutieren wir vorab und beraten Sie dazu unabhängig und mit der nötigen Spezialisten-Erfahrung. Natürlich begleiten wir Sie während der gesamten Behandlung und darüber hinaus. Wir garantieren, dass Sie von einem Spezialisten behandelt werden und setzen uns dafür ein, dass das Ergebnis genau dem entspricht, was vorher festgelegt wurde.
Risiken
Jeder medizinische Eingriff birgt Risiken. Wie hoch die Risiken sind, hängt vom persönlichen Gesundheitszustand, vom Umfang des Eingriffs und anderen Faktoren ab. Wir klären das vor dem Eingriff gründlich ab und klären Sie auf. Dabei kann es auch sein, dass wir Ihnen abraten. Dann führen wir das Facelift auch nicht durch, sondern sprechen mit Ihnen über alternative Möglichkeiten.
- Allgemeine Operationsrisiken sind beispielsweise das Auftreten einer Wundheilungsstörung oder einer Infektion.
- Ebenfalls können Nachblutungen auftreten, die aber in normalen Fällen nicht zu einem erneuten operativen Eingreifen zwingen. In Einzelfällen können Hämatome (= Blutansammlungen unter der Haut) auftreten, die sich ähnlich wie "blaue Flecken" in der Folgezeit von selbst zurückbilden.
- Verletzungen wichtiger anatomischer Strukturen, wie z.B. des Gesichtsnerven (Nervus facialis) mit gewöhnlich vorübergehendem Ausfall der mimischen Muskulatur sowie Durchblutungsstörungen der Haut (häufiger bei Rauchern), sind möglich, aber sehr selten.
Was Sie nach einem Facelift beachten sollten
- Nach einem Facelift sind Schwellungen und Blutergüsse unterschiedlicher Ausprägung zu erwarten, die aber meist nach wenigen Tagen wieder völlig zurückgehen.
- In manchen Fällen tritt eine vorübergehende Taubheit einzelner Bereiche auf, die jedoch nach wenigen Wochen von selbst verschwindet.
- In den ersten Wochen nach einem Facelift sollte der Konsum von Zigaretten auf ein Minimum reduziert werden.
- Sportliche Aktivitäten müssen für drei bis vier Wochen unterlassen werden.
Wie lange hält der Effekt an?
Das hängt stark vom Einzelfall ab, von den genetischen Voraussetzungen, dem Alter, dem persönlichen Lebensstil, der angewandten Technik und vielem mehr. Erfahrungsgemäß bleibt der Effekt über etwa zehn bis 15 Jahre erhalten.
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